TILL VELTEN

geboren 1961 in Wuppertal / D

lebt und arbeitet in Basel und Freiburg

Till Velten studierte an der Düsseldorfer Akademie bei Gerhard Richter und Fritz Schwegler Kunst und später in Stuttgart Soziologie. Es folgten zahlreiche Einzelausstellungen, Publikationen und Professuren an Hochschulen in Europa. Seit 2001 ist ein Schwerpunkt seiner Arbeit, in Gesprächen die Erfahrungswelten höchst unterschiedlicher Menschen zur Sprache zu bringen und diese in komplexen Installationen hör- und sichtbar zu machen. Till Velten lebt und arbeitet in Freiburg, Berlin und Basel. 

Nach einer Fotografie- und Medienausbildung in Düsseldorf (1981–82) und dem Kunststudium an der Gesamthochschule Kassel (1982–84) schreibt sich Till Velten an der Kunstakademie Düsseldorf ein und studiert als Meisterschüler bei Gerhard Richter und Fritz Schwegler (1984–1992). Erste Beteiligungen an Gruppenausstellungen gehen in die Zeit des Studiums Anfang der 1990er-Jahre zurück und zeigen Veltens Arbeiten in der Kunsthalle Kiel, im Kunsthaus Hamburg und im Von der Heydt-Museum in Wuppertal. In der zweiten Hälfte der 1990er-Jahre kommen Einzelausstellungen im Dhont-Dhaenens Museum in Gent und in der Künstlerwerkstatt Lothringerstrasse in München sowie Gruppenausstellungen im Museum für Gestaltung in Zürich und in der Kunsthalle Basel hinzu. Seit Beginn des 21. Jahrhunderts erhöht sich die Ausstellungstätigkeit markant; wichtige Stationen sind die Einzelschauen im Kunstverein Freiburg (2003), im Helmhaus Zürich (2006), im Kunsthaus Zug (2007) und im Kunstmuseum Thurgau / Kartause Ittingen (2018).

Seit den 1990er-Jahren unterrichtet Velten an verschiedenen Kunsthochschulen wie an der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Basel (1992, 1994–95, 2005), an der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Zürich (2005–06), an der Kunsthochschule Kassel (2006–07) und an der Hochschule Luzern – Design & Kunst (2005, 2008). Noch während des Studiums wird Velten mit dem Graduierten-Stipendium des Landes Nordrhein-Westfalen (1989), mit dem Kunstförderpreis der Stadt Hamburg (1989) und mit dem Projektzuschuss der Stiftung Kunstfonds in Bonn (1992) ausgezeichnet. Ab 2004 folgen weitere Stipendien des Kantons Basel-Stadt und ein Arbeitsstipendium der Stiftung Kunstfonds, Bonn.

Veltens künstlerisches Medium ist das Gespräch. Wie ein Maler mit Pinsel und Leinwand, ein Bildhauer mit Meissel und Stein, ein Zeichner mit Bleistift und Papier, so vermittelt uns Velten die ihn umgebende Wirklichkeit im Gespräch mit unterschiedlichsten Personen: Ob er einen Pizzabäcker zur Gestaltung seines Restaurants, das Aufsichtspersonal eines Museums zum Verhältnis zu einem Kunstwerk oder einen Priester nach seiner Gotteserfahrung befragt, immer bergen die Antworten der Interviewten die Möglichkeit, die Sicht eines Einzelnen auf die Welt festzuhalten und die darin verborgenen Sinnkonstruktionen erfahrbar zu machen. Die im Laufe der Jahre auf gegen hundert Interviews angewachsene Sammlung umkreist unterschiedlichste Themen; seien es Fragen nach übersinnlichen Erfahrungen, inneren Visionen, unerklärlichen Leidenschaften, seien es Träume, Wünsche oder Hoffnungen.

SIKART Lexikon zur Kunst in der Schweiz

Wikipedia Enzyklopädie


AUSGEWÄHLTE EINZELAUSSTELLUNGEN

2019 Genie und Übermut | Galerie Nicola von Senger, Zürich / CH

2018 La condition humaine | Kunstmuseum Thurgau, Warth / CH

Wenn die kognitive Ordnung zerbricht | Haus Konstruktiv, Zürich / CH

2017 SYMPHONY.LAND – the way of leaving | Lucerne Ferstival, Luzern / CH

2016 Blind Crowns Installation | Manifesta 11 Transactions, Zürich / CH

Spiegel, Ketten, Übergänge | Galerie Stampa, Basel / CH

Audio-Installation | Blickfelder, Schulhaus Bachtobel, Zürich / CH

2015 Sprechen über Demenz | Gesprächsprojekt mit dem Theater Freiburg / D

Urgarage – eine Skulptur fürs Volk | Galerie Nicola von Senger, Zürich / CH

2014 Anselm spricht | Museum der Minoriten, Graz / A

2013 Seelenräume | Galerie Nicola von Senger, Zürich / CH

Gestalten | Galerie Robert Keller, Kandern / D

2012 Über allem schwebt Tuff | Galerie Stampa, Basel / CH

2011 Geschichten hinter Bildern - Eine besondere Sammlungspräsentation | Villa Flora, Winterthur / CH

2010 Einzelsysteme | Kunsthaus Zug, Zug / CH

2008 Fremd-Körper | Museum Chasa Jaura, Valchava / CH

2007 Einzelsysteme | Kunsthaus Zug / CH

Frühstück bei Magda | Galerie Stampa, Basel / CH

2006 Seelensysteme | Helmhaus Zürich / CH

2005 HACH1 - Der Polygraph | Art Unlimited / Galerie Stampa, Basel / CH

2004 Die Sammlung Silberdistel | Galerie Krohn, Basel / CH

2003 Was ist eigentlich los im Blumenstein? | Museum Blumenstein, Solothurn / CH

Apfelsaft und Rote Beete | Galerie Robert Keller, Kandern / D

Spuk | Kunsthalle Freiburg im Breisgau / D

KIOSK Dubiose Systeme 5 | Galerie Stampa, Basel / CH

2000 Das Löwensymposium | Konsumbäckerei, Solothurn / CH

1996 Über die Nützlichkeit einer Kunstedition | Künstlerwerkstatt Lothringerstrasse, München / D

1995 Statements | Dhont-Dhaenens Museum, Gent / BE